In diesem Artikel beantworten wir die relevantesten Fragen zum Kurzarbeitergeld. Lassen Sie sich dennoch individuell von uns beraten, da die jeweiligen Situation in Ihrem Betrieb zu berücksichtigen ist.
A. Wann ist Kurzarbeit erlaubt?
B. Wie hoch ist das Kurzarbeitergeld?

A. Kurzarbeit

Voraussetzung für die Beantragung von Kurzarbeitergeld gem. §§ 95 ff. SGB III liegt vor, wenn alle folgende Kriterien erfüllt sind:

  1. ein erheblicher Arbeitsausfall mit Entgeltausfall vorliegt, der auf wirtschaftlichen Gründen oder einem unabwendbaren Ereignis beruht und vorübergehend sowie unvermeidbar. Unvermeidbar ist der erhebliche Arbeitsausfall, wenn er
    • nicht überwiegend saisonal bedingt,
    • nicht betriebs- oder branchenüblich ist,
    • nicht ausschließlich auf betriebsorganisatorischen Gründen beruht,
    • nicht durch Gewährung von Urlaub ganz oder teilweise verhindert werden kann,
    • nicht z. B. durch die Nutzung vorhandener Arbeitszeitflexibilisierungsregelungen vermieden werden kann (§ 96 Abs. 4 SGB III).
    • Der Entgeltausfall bei mindestens 10 % der im Betrieb beschäftigten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im jeweiligen Kalendermonat (Anspruchszeitraum) muß jeweils mehr als 10 % ihres monatlichen Bruttoentgelts erreichen.[1]
  2. der oder die Arbeitnehmer in einem bestehenden Arbeitsverhältnis von dem Arbeitsausfall betroffen sind
  3. der Arbeitnehmer der Kurzarbeit selber, durch Betriebsvereinbarung des Betriebsrates oder durch Tarifvertrag zugestimmt hat
  4. sowie der Arbeitsausfall der örtlichen Bundesagentur für Arbeit schriftlich angezeigt worden ist.
  5. Abschließend entscheidet die örtliche Bundesagentur für Arbeit für die Gewährung von Kurzarbeitergeld

B. Berechnung der Höhe des Kurzarbeiterentgeldes

1. Höhe
Die Höhe des Kurzarbeitergeldes gem. § 105 SGB III beträgt
– 60% für Arbeitnehmer ohne Kinder und
– 67% bei Arbeitnehmer mit Kindern (mind. 0.5 Kinder auf der Lohnsteuerkarte)
aus der Nettoentgeltdifferenz gem. § 106 SGB III.

2.Nettoentgeltdifferenz
a) Soll-Arbeitsentgelt
Grundlage der Berechnung des Soll-Arbeitsentgeldes ist gem. § 106 SGB III stets das Nettoentgelt eines Arbeitnehmers für den Monat in dem er Entgeltausfall hatte. Dabei werden Zusschläge durch Mehrarbeit nicht hinzugerechnet.
Erhält der Arbeitnehmer kein Arbeitsentgelt, was in der Höhe fest ist z.B. ein provisionsbasiertes Entgelt, so das das Durchschnittsentgelt aus den letzten 3 Monate vor der Kurzarbeit zu errechnen (§ 106 Abs. 4 SGB III) ohne das Mehrarbeit dabei berücksichtigt wird.
b) Ist-Arbeitsentgelt
Das Ist-Arbeitsentgelt ist das Nettoarbeitsentgelt, dass der in Kurzarbeit befindliche Arbeitnehmer tatsächlich vom Arbeitgeber ausgezahlt erhält.

2. Beispiel
Tabelle zur Berechnung des Kurzarbeitergeldes

Beispiel: Arbeitnehmer, Lohnsteuerklasse III; Kinderfreibetrag 1,0 = Lohnsteuerklasse III, Leistungssatz 1
Soll-Entgelt im Kalendermonat = 2.500,00 €
-Rechnerischer Leistungssatz= 1.295,11€

Ist-Entgelt im Kalendermonat = 1.250,00 €
-Rechnerischer Leistungssatz = 675,36€ Kurzarbeitergeld

3. Dauer
Gem. § 104 SGB III wird Kurzarbeitergeld maximal für die Dauer von 12 Monaten gezahlt. Wird z.B. ein Monat das volle Entgelt durch den Arbeitgeber gezahlt, dann verlängert sich das Kurzarbeitergeld um diesen Monat.

4. Antrag auf Kurzarbeitergeld

Der Antrag auf Kurzarbeitergeld muß vom Arbeitgeber gestellt werden.

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